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Aus der Vortragsreihe „Wir, Wilhelmine, königliche Hoheit“

Eine Prinzessin stellt sich vor 

Donnerstag,    23. Oktober 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             So schwankt ihr Bild in der Geschichte. Wilhelmine von Bayreuth im Urteil der Nachwelt

Eintritt: 4 €

Referent:          Herr Dr. Frank Piontek
Adresse:           Gustav-Adolf-Str. 1, 95444 Bayreuth
Ansprechpartner: Gabriele Röhler, Tel. 507-201-60
mail: kulturamt@stadt.bayreuth.de  

Wilhelmine von Bayreuth polarisiert noch heute: für die einen ist sie die kunstsinnige Fürstin, für die anderen vor allem eine schlechte, also keine „Landesmutter“ gewesen. Wie sich das Bild der Wilhelmine in den letzten 250 Jahren entwickelte: dieser spannenden, zwischen der internationalen Politik und der preußischdeutschen Geistesgeschichte changierenden Frage geht Dr. Frank Piontek nach.

Auftakt zur Vortragsreihe „Wir, Wilhelmine, königliche Hoheit“

Eine Prinzessin stellt sich vor 

Donnerstag, 23.10.2008, 20 Uhr, Stadtbibliothek, Luitpoldplatz 7,
Eintritt: 4 €
Tel. 25 – 1501
e-Mail: Joerg.Weinreich@stadt.bayreuth.de 
 

Die preußische Prinzessin Wilhelmine war keineswegs begeistert von der Vorstellung, ihren fränkischen Vetter Markgraf Friedrich von Bayreuth zu heiraten. Sie hatte sich bereits als zukünftige Königin von England gesehen – und nun sollte sie den Erben eines kleinen, politisch unbedeutenden Fürstentums in Süddeutschland heiraten? Wilhelmine fühlte sich zu Größerem berufen. Dementsprechend abschätzig ist der Kommentar in ihren Memoiren über die Ankunft in der Markgrafschaft. Sie spottet über die Adligen aus dem Vogtland, die man für „Bauernlümmel“ halten könnte und die sich am liebsten über ihre Kühe unterhalten würden; das Alte Schloss in Bayreuth beschreibt sie als „so schmutzig, dass einem übel wurde“. Doch obwohl auch ihre Ehe mit Markgraf Friedrich nicht glücklich war, begann Wilhelmine, sich in Bayreuth zuhause zu fühlen: Sie floh in die Welt von Kunst, Musik und Architektur – eine Flucht, die der Stadt und der Markgrafschaft eine kulturelle Blüte bescherte, von der das Markgräfliche Opernhaus noch heute den nachhaltigsten Eindruck bereitet. Wilhelmine begann bald aber auch, sich politisch mit der Markgrafschaft zu identifizieren, sehr zum Unverständnis ihres geliebten Bruders, der sie nicht nur wegen eines freundschaftlichen Treffens mit Kaiserin Maria Theresia hart kritisierte. Was Friedrich nicht verstand: Die Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth konnte sich nicht vorbehaltlos gegen Österreich und den Kaiser wenden – Berlin war weit, der Schutz Preußens stand oft nur auf dem Papier. Die politischen Meinungsunterschiede führten schließlich zu einem tief greifenden Zerwürfnis der Geschwister, das fast ein Jahr lang anhielt. Derweil plagten Wilhelmine Geldsorgen: Die Stände der Markgrafschaft murrten, weil der Hof immer mehr Geld verschlang: Man habe doch schon so viele „importante Bewilligungen“ gegeben – nun wisse man nicht mehr, woher man die Mittel nehmen solle…

Bayreuth ehrt Wole Soyinka

BAYREUTH – Die Universität Bayreuth und die Stadt Bayreuth halten am Freitag/Samstag, 17./18. Oktober, erstmals ein „Zukunftsforum Wissen-schaft – Kultur – Gesellschaft“ ab, zu dem hoch-karätige Referenten erwartet werden. Im Rahmen dieses Forums, das künftig jährlich angeboten werden soll, wird der neu geschaffene „Mark-gräfin-Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt“ verliehen. Erster Preisträger ist der nigerianische Literatur-Nobelpreisträger Prof. Dr. h. c. mult. Wole Soyinka.

Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl wird Soyinka den „Markgräfin-Wilhelmine-Preis“ am Frei-tag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr, im Markgräflichen Opernhaus überreichen. Zu der Feierstunde wird als Laudator auch Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble erwartet.

Das Zukunftsforum und der Preis richten sich an ein internationales Publikum. „Damit wollen wir zum einen die Universität als Einrichtung, die hochrangige Kongresse zu internationalen Themen anbietet, positionieren – und zum anderen die Stadt Bayreuth mit ihrem hochkarätigen historischen Erbe ins Bewusstsein rücken“, umreißt Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl die Zielsetzung. „Unsere Stadt ist historisch maßgeblich geprägt durch die Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert, in der Markgräfin Wilhelmine für Bayreuth den Anschluss an die europäische Entwicklung gesucht und in intensivem Austausch mit den führenden Köpfen der Aufklärung gepflegt hat“, so Dr. Hohl weiter. Für die Stadt Bayreuth ermögliche die Mitwirkung am Zukunfts-forum daher eine zeitgemäße Anknüpfung an diese Tradition.

Der Preis

Der von der Stadt Bayreuth gestiftete Markgräfin-Wilhelmine-Preis“ ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird im Rahmen der öffentlichen Tagungen des „Zukunftsforums“ künftig im jährlichen Rhythmus an Persönlichkeiten oder Gruppen verliehen werden, die sich auf kulturellem, sozialem, politischem oder wissenschaftlichem Gebiet international um die kritische Reflexion gemeinsamer Wertvorstellungen und die interkulturelle Verständigung verdient gemacht haben. „Mit Wole Soyinka haben wir einen würdigen Preisträger, der diese Zielsetzung in besonderem Maße verkörpert“, so OB Dr. Hohl. Soyinka stehe mit seinem Werk exemplarisch für einen offenen Dialog der Kulturen sowie für engagiertes Eintreten für Humanität und Toleranz.

Der Preisträger

Wole Soyinka wurde 1934 in Abeokuta, Nigeria, geboren. Nach dem Vorbereitungsstudium am Regierungs-College in Ibadan setzte er sein Studium an der Universität von Leeds fort. 1973 wurde er dort promoviert. Während der sechs Jahre, die er in England verbrachte, arbeitete er als Dramaturg am Royal Court Theatre in London. 1960 kehrte er nach Nigeria zurück und unterrichtete Schauspiel und Literatur an den Universitäten in Ibadan, Lagos und Ife. Seit 1975 ist er Professor für Komparatistik.

Während des Bürgerkriegs in Nigeria plädierte Soyinka in einem Artikel für den Waffenstillstand. Dafür wurde er verhaftet und 1967 – der Verschwörung mit den Biafra-Rebellen beschuldigt – als politischer Gefangener für 22 Monate inhaftiert.

Soyinka gründet seine Schriften vor allem auf die Mythologie seines Stammens – die Yoruba. Er hat über 20 Dramen, Romane und Gedichte ver-öffentlicht. Seine literarische Sprache ist von großer Tragweite und einem reichen Wortschatz geprägt. Neben vielen Literaturpreisen und Ehrentiteln erhielt er 1986 als erster Afrikaner den Nobelpreis für Literatur.

„Wir, Wilhelmine, Königliche Hoheit“ - Eine Prinzessin stellt sich vor

Eine Vortragsreihe im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses

Donnerstag,    23. Oktober 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             So schwankt ihr Bild in der Geschichte. Wilhelmine von Bayreuth im Urteil der Nachwelt

Referent:          Herr Dr. Frank Piontek

Adresse:           Gustav-Adolf-Str. 1, 95444 Bayreuth

 

Donnerstag,    30. Oktober 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             September 1743 – Voltaire zu Besuch bei Wilhelmine

Referent:          Herr Oskar Sauer

Adresse:           Gotthelfstr. 4, 95447 Bayreuth

 

Donnerstag,    6. November 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             Das neue Frauenbild der Wilhelmine

Referent:          Herr Dr. Peter O. Krückmann

Adresse:           Bayer. Verwaltung der Staatl. Schlösser, Gärten und Seen,

                           Postfach 20 20 63, 80020 München

 

Donnerstag,    13. November 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             Die Markgräfin und ihre „Kolleginnen“

Referentin:       Frau Dr. Sylvia Habermann,
                           Museumsleiterin Historisches Museum

Adresse:           Historisches Museum, Kirchplatz 6, 95444 Bayreuth

 

Donnerstag,    20. November 2008,                 19.30 Uhr

Thema:             Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth als Opernkomponistin - Betrachtungen zur Tragedia „Argenore“ (1740)

Referentin:       Frau Esther Kraß

Adresse:           Welzstr. 3 A, 97080 Würzburg

 

Eine Veranstaltungsreihe der VHS in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt.

Gedenken an Bayreuths Muse

Festakt zum 250. Todestag der Markgräfin Wilhelmine
in der Schlosskirche Bayreuth

BAYREUTH – Am 14. Oktober 1758 verstarb Markgräfin Wilhelmine im Alter von nur 49 Jahren. Anlässlich ihres 250. Todestages findet am Dienstag, 14. Oktober, um 19 Uhr, in der Schlosskirche Bayreuth eine festliche Gedenkfeier statt. Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein, an dieser stimmungsvollen Gedenkfeier teilzunehmen – dort, wo Bayreuths Muse schließlich ihre letzte Ruhestätte fand.

Nach einer Begrüßung durch Dekan Siegbert Keiling wird eine Festansprache des Münchner Kulturhistorikers Ernst W. Kölnsperger folgen. In seinem Vortrag „Ende der Ungeduld oder die Wegbereiterin der Musen“ wird er Markgräfin Wilhelmine als historische Persönlichkeit würdigen und die besondere Bedeutung heraus-stellen, die ihr kulturelles und musisches Schaffen für die Stadt Bayreuth und das Umland noch immer besitzt.

Kölnsperger studierte Sprach- und  Literaturwis-senschaft, Kunstgeschichte und Indologie an den Universitäten München, Rom und Madras/Indien. Sein besonderes Interesse galt dabei immer interkulturellen Zusammenhängen und einem länderübergreifenden Kulturtransfer. Er hat unter anderem an der Herausgabe des Kindler Literatur-Lexikons mitgearbeitet und leitet seit 1965 wissenschaftliche Studienreisen in die ganze Welt Besonders wichtige Ziele für ihn waren dabei Italien, Ägypten und der indische Subkontinent. Er wirkte bei vielen Ausstellungen besonders indischer Kunst in Deutschland und in Indien mit und verfasste dazu erläuternde Texte und Artikel. Seine besondere Liebe gilt – neben der klassischen Musik – der zeitgenössischen Kunst.

Das musikalische Rahmenprogramm wird von Regionalkantor Christoph Krückl mit der Detmolder Sopranistin Jutta Potthoff, dem Tenor Markus Zapp aus Regenburg, dem „Johann Friedrich Fasch-Ensemble“ aus Halle und dem Projektchor „Notre Dame“ gestaltet. Dargeboten werden unter anderem die Sinfonia D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach und Teile aus der Passionskantate „Der Tod Jesu“ von Carl Heinrich Graun, dem Königlichen Kappellmeister Friedrichs II.. Weiterhin erklingt das „Gloria“ aus der Messe in d-Moll (1751) von Johann Adolf Hasse. Ihn schätzte Wilhelmine in erster Linie als Opernkomponisten und lud ihn mehrere Male an den Bayreuther Hof ein.

Rechtzeitig zur Gedenkfeier wird zudem neben der Grabstätte von Markgräfin Wilhelmine in der Schlosskirche eine neue Infostele über die Schlosskirche und die dortige Fürstengruft informieren. Die Infotafel konnte dank finanzieller Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Bayreuth geschaffen werden.

Vortragsveranstaltung in der Stadtbibliothek mit Uwe Oster

BAYREUTH – Wir, Wilhelmine, königliche Hoheit – eine Prinzessin stellt sich vor“ lautet der Titel einer Vortragsveranstaltung, zu der die Stadtbibliothek Bayreuth gemeinsam mit dem städtischen Kulturamt anlässlich des Wilhelmine-Doppeljubiläums 2008/2009 am Donnerstag, 16. Oktober, um 20 Uhr, in ihre Räume am Luitpold-platz einlädt. Im Leseraum der Bibliothek referiert Uwe Oster.

Ob als Bauherrin, Opernintendantin oder groß-zügige Mäzenin von Kunst, Musik und Wissen-schaft: Die glanzvolle Regentschaft der Mark-gräfin Wilhelmine rückte die kleine Residenz Bayreuth ins Rampenlicht der europäischen Geschichte.

»Das Glück, von Dir geliebt zu werden, geht mir über Reiche und Kronen …«, bekannte Friedrich der Große seiner erklärten Lieblingsschwester, der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709 –1758). Die von Voltaire verehrte »fürstliche Philosophin und Beschützerin der Künste« versammelte an ihrem Musenhof namhafte Künstler und Wissenschaftler; ihrer rastlosen Bautätigkeit verdankt die Nachwelt ein einzig-artiges Ensemble spätbarocker Baukunst. Doch die Sehnsucht der »Pallas von Bayreuth« nach dem »irdischen Arkadien«, ihre lebenslange Suche nach Liebe und Harmonie, entsprang nicht zuletzt dem Wunsch, dem Netz der höfischen Intrigen zu entfliehen, das sie von frühester Jugend umgab. Auf dem Höhepunkt ihres Lebens muss sich Wilhelmine schließlich eingestehen, dass sie den Kampf um die Liebe ihres Mannes gegen eine schöne junge Hofdame verloren hat.

Referent und Autor Uwe Oster, geboren 1964, studierte Geschichte und Germanistik in Tübingen. Zunächst Redakteur, ist er seit 1996 stellvertretender Chefredakteur des Geschichts-magazins DAMALS, wo er gelernt hat, über historische Themen fesselnd und populär zu schreiben. Er lebt in Hechingen bei Stuttgart. Uwe Oster hielt den Festvortrag zur diesjährigen Eröffnung des Doppeljubiläums in Bayreuth.

Ein Juwel barocker Kammermusik

BAYREUTH – Mit der Aufführung des Konzert-programms „a flauto e cembalo“ des Ensembles „Il Vero Modo“ am Samstag, 20. September, um 16 Uhr, erwartete die Zuhörer passend zum festlichen Ambiente des Bayreuther Opern-hauses ein wahres Juwel barocker Kammer-musik. Basierend auf den sechs originalen Sonaten Georg Friedrich Händels für diese Besetzung lässt die besondere Interpretation durch Sven Schwannberger (flauto) und Thomas Leininger (cembalo) das Publikum diese vermeintlich wohlbekannten Stücke völlig neu erfahren.

Die beiden Musiker bilden den Kern des Spezialistenensembles „Il Vero Modo“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Musik des späten 16. bis frühen 18. Jahrhunderts auf respektvolle und einfühlsame Weise zu rekonstruieren. Durch die gekonnte Kombination aus Wissen und Technik gelingt hierbei der oft gefürchtete Spagat zwischen Werktreue und Individualität. Die verschiedenen Programme und Einspielun-gen von „Il Vero Modo“ fanden bei Rundfunk und Presse durchweg positive Resonanz. So auch die virtuose Neuinterpretation jener sechs Sonaten Händels, die nun im Markgräflichen Opernhaus zu hören sein wird. 

Furien, Magier und Feen

Furien, Magier und Feen

Bayreuther Barock 2008 startet mit der Oper „La Rosinda“

BAYREUTH – Das Festival „Bayreuther Barock“ startet mit der Oper „La Rosinda“ von Francesco Cavalli, die erstmals 1651 aufgeführt wurde. Am Freitag, 19. September, und Samstag, 20. September wurde dieses Spiel um Magie, Liebe und Eifersucht im Markgräflichen Opernhaus gezeigt.

„La Rosinda“ enthält alle die für die damalige Oper so charakteristischen Übertreibungen und Absurditäten. Die meist eher unlogische Handlung wird dadurch so kompliziert wie faszinierend. Die Zutaten hierfür sind: zwei hohe Paare, ein Dienerpaar, das Unterwelt-Götterpaar Plutone und Prosperino, ein Knappe und ein undurchsichtiger Magier, Furien, Feen, Zwerge, Riesen – und vor allem viel Zauberei und Verwicklungen.

Nachdem die Oper im Jahre 1653 nach zahlreichen Vorstellungen das letzte Mal in Florenz auf die Bühne gebracht worden war, ruhte das Werk in den Archiven. Die neue Produktion der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zusammen mit dem Festival Bayreuther Barock stellt somit die szenische Erstaufführung nach der venezianischen Premiere vor 357 Jahren. Die Grundlage hierfür bildet eine kritische Neuausgabe des ursprünglichen Autographs. Die musikalische Ausgestaltung übernimmt das niederländische Ensemble „La Sfera Armonosia“, ein zehnköpfiges Spezialensemble für Alte Musik, unter der Leitung des amerikanischen Lautenisten Mike Fentross, Regie führt Alexander Schulin.

Für die Oper werden kostenlose Einführungsvorträge jeweils am Tag der Aufführung eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, also um 18.30 Uhr, im Markgräflichen Opernhaus angeboten.

 

Musikalische Leckerbissen für Barockliebhaber

 

BAYREUTH – Freunde barocker Opernmusik dürfen sich in diesem Herbst auf außer-gewöhnliche Konzerterlebnisse in Bayreuth freuen. Der diesjährige „Bayreuther Barock“ vom 19. September bis 4. Oktober wartet gleich mit drei besonders attraktiven und ausgefallenen barocken Opern auf, die die hohe Qualität des Festivals unterstreichen.

Das außergewöhnliche Programm des Bayreuther Barock 2008 startet mit einer echten Ausgrabung und Erstaufführung der Oper „La Rosinda“ von Francesco Cavalli (19./20. Sep-tember). Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci bringen in Kooperation mit dem Festival Bayreuther Barock diese bis dato fast gänzlich unbekannte Oper aus dem reichhaltigen Schaffen Cavalli’s auf der Grundlage des rekonstruierten Autographs in der Biblioteca Marciana von Venedig zur szenischen Erst-aufführung.

Es folgt die historisch angelegte Inszenierung von „Les Fêtes d’Hébé ou Les Talents lyriques“ (1739) von Jean-Philippe Rameau, die in Bayreuth ebenfalls ihre Premiere erleben wird (26./27. September). Das Anliegen dieser Auf-führung ist es, durch die Gestaltung eines prächtigen, farbigen und poetischen Bilder-bogens die Welt des Barock für das Publikum sinnlich erfahrbar zu machen.

Den Abschluss bildet die Oper „Cephale et Procris“ von Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre (3./4. Oktober), einer zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Komponistin. Auf der Basis der Originalpartitur, die in Ansbach liegt, wird hier eine Inszenierung geboten, die durch historisierende Aufführungspraxis eine aus-drucksstarke und facettenreiche Opernauf-führung bietet.

Wie immer präsentieren die jeweiligen Ensembles am zweiten Aufführungstag der Oper bereits nachmittags ein speziell für das Opern-haus in Bayreuth zusammengestelltes Kammer-konzert.

Sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr ist der Bayreuther Barock eingebettet in das große Jubiläumsprogramm, mit dem Bayreuth 2008 dem 250. Todestag und 2009 dem 300. Geburts-tag der Markgräfin Wilhelmine gedenkt.

In Wilhelmines Regierungszeit entstanden das Opernhaus, das Neue Schloss, die Reithalle, der Sonnentempel mit seinen Anlagen in der Eremitage, eine Kunst- und Naturaliensamm-lung, die ganze Friedrichstraße; der Hofgarten und vieles mehr. Die erste – wenn auch nur sehr kurzlebige und bald nach Erlangen verlegte – Bayreuther Universität wurde gegründet sowie eine Akademie der freien Künste und Wissen-schaften. Wilhelmine dichtete, komponierte, führte Regie und machte aus Bayreuth eine renommierte Stätte des Musiktheaters. Sie philosophierte, im Feld zwischen Aufklärung, Empfindsamkeit und Vorromantik, Voltaire war ihr Partner, Freund und Bewunderer. Mit ihren Erinnerungen hinterließ sie eines der bekanntes-ten und meistgerühmten Memoirenwerke. Sie hat Bayreuth zu einer der ersten Residenzstädte ihrer Zeit gemacht.

Info: Karten für den Bayreuther Barock gibt’s bei der Theaterkasse Bayreuth am Luitpoldplatz 9, Telefon (09 21) 6 90 01 oder im Internet unter www.bayreuther-barock.bayreuth.de.

Preußisches Königshaus ehrt Wilhelmine

BAYREUTH – Bayreuther Kultur setzt Akzente auf der Burg Hohenzollern: Das 63. Wohltätig-keitskonzert der Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung auf der Burg Hohenzollern am vergangenen Samstag stand ganz im Zeichen der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth.

Der Festredner und Biograph Uwe A. Oster führte die über 350 Gäste in das Wirken der preußischen Prinzessin ein. Bayreuths Kultur- und Tourismusreferent Ralph Lange wiederum nutzte die Gelegenheit, Prinz Georg Friedrich und die Mitglieder des Hauses Hohenzollern auf die Höhepunkte des Doppeljubiläums in Bayreuth aufmerksam zu machen. Das preußische Königshaus wirbt schon heute auf seinen Internetseiten für das Wilhelmine-Festival in der Wagnerstadt.

Mit einem fulminanten Auftritt brachte das Lukas Consort unter der Leitung von Professor Viktor Lukas beim Wohltätigkeitskonzert das Cembalo-konzert der Markgräfin sowie das 4. Flöten-konzert des Königs Friedrich II. von Preußen zu Gehör. Den größten Applaus fand indes die Triosonate in c-Moll BWC 1079, die Johann Sebastian Bach 1747 dem königlichen Bruder der Wilhelmine gewidmet hatte.

Am Abend vor dem Konzert hatte Lange die Gelegenheit, die konzertante Aufführung des 1. Aufzugs des „Parsifal“ in der Dresdner Frauen-irche mit den Solisten der Bayreuther Festspiele zu erleben. In der nicht ganz ausverkauften Kirche bei durchaus etwas schwieriger Akustik glänzten die Solisten der Bayreuther Festspiele, die Dresdner Staatskapelle und der Chor unter der Leitung von Daniele Gatti. Im Anschluss konnte auch in der Elbestadt Werbung für das Bayreuther Doppeljubiläum gemacht werden.

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